LanTec

Erdwärme diesmal bebensicher

Das Landauer Freizeitbad La Ola wird künftig auch mit Erdwärme beheizt. Sie stammt aus einer aufgegebenen Erdöl-Förderstätte in den 500 Meter entfernten Reiterwiesen. Die Technologie sei ungefährlich, behaupten die Betreiber, weil mit der des Geox-Kraftwerks nicht vergleichbar.

Es sei vielmehr ein geschlossener Kreislauf nach dem Prinzip eines Wärmetauschers, betonte Landaus Bürgermeister Thomas Hirsch (CDU) in seiner Eigenschaft als Chef der Stadtholding, die das Freizeitbad betreibt. Dabei fließt Wasser in das alte Rohr, das früher Öl an die Oberfläche beförderte, gelangt rund 1000 Meter senkrecht in die Tiefe, erwärmt sich dort und wird wieder ans Tageslicht gepumpt, wo es über Fernwärmeleitungen in das Bad fließt. Anders als beim Kraftwerk in der Eutzingerstraße gibt es laut Hirsch keinen Kontakt zum Erdreich, wird kein Wasser aus Hohlräumen zwischen möglicherweise instabilen Gesteinsschichten herausgepresst, was die eventuelle Ursache für kleinere Erdbeben in Landau und Umgebung gewesen sein könnte. Das Risiko, so glauben die Betreiber, sei wenige Schritte von den Häusern in Queichheim entfernt gleich Null.

Im Bohrloch in den Reiterwiesen sprudelte von 1958 bis 2006 Öl. Die Firma Wintershall hat das Rohr von Rückständen gereinigt, stellt ihre technologischen Erfahrungen den Betreibern zur Verfügung und schießt auch noch 150.000 Euro zu.

Die LanTec GmbH hat das Projekt geplant. Sie ist eine 100-prozentige Tochter der Energie Südwest AG und spezialisiert auf die Nutzung erneuerbarer Energien. Für sein Unternehmen sei dies ein weiterer Baustein für die Ausrichtung auf alternative Quellen, sagte Energie-Südwest-Chef Thomas Waßmuth. Für Investitionen in Fernwärmeleitungen und Wärmepumpen lässt der regionale Versorger 180.000 Euro springen. Das Vorhaben sei eigenfinanziert und komme ohne Steuergelder aus, sagte Wassmuth. Er ist sicher, das Projekt wirtschaftlich betreiben zu können. Schon in sechs Wochen soll der erste Schwung an Erdwärme das nur 500 Meter entfernte Bad erhitzen.

Die ersten Pläne, Erdwärme für das Freizeitbad zu nutzen, wurden bereits vor zehn Jahren geschmiedet, erläuterte LanTec-Geschäftsführer Kurt Hechler. Die Wellness-Oase ist nämlich ein Energiefresser. Bis zu 4,5 Millionen Kilowattstunden Wärme benötigt das „La Ola" jährlich, das ist in etwa die Menge, die 250 Einfamilienhäuser älterer Bauart benötigen.

Vor dem Start hat die LanTec bei mehreren Fachbüros, darunter von der Universität Karlsruhe, Berechnungen in Auftrag gegeben, wie ergiebig die Erdwärme-Förderung in den Reiterwiesen sein wird. Die Ergebnisse seien sehr unterschiedlich ausgefallen, räumte Hechler ein, doch selbst bei vorsichtigster Schätzung könnte das Freizeitbad rund 900.000 Kilowattstunden an Nutzwärme, also etwa ein Fünftel seines Jahresbedarfs, durch Erdwärme decken. Das würde bedeuten, dass 210 Tonnen weniger CO2 in die Luft geblasen würde. Bürgermeister Hirsch erinnerte an bereits verwirklichte Ideen, das Bad aus regenerativen Quellen zu speisen. So gebe es im Bauch des „La Ola" ein Blockheizkraftwerk, die Wärmedämmung sei in mehreren Schritten verbessert, die Steuerungstechnik optimiert worden. Derzeit überlege man, ob das Dach mit Solarzellen bestückt werden soll. Gleichwohl kann das Bad in Spitzenzeiten auf Erdgas nicht verzichten. Um seinen CO2-Ausstoß zu kompensieren, hat das Bad mit Unterstützung des Landauer Zoos 25.000 Euro für ein Projekt gespendet, mit dem auf den Philippinen Regenwald aufgeforstet wird. (gau)

Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Pfälzer Tageblatt - Ausgabe Weinstraße
Ausgabe: Nr.155
Datum: Donnerstag, den 08. Juli 2010
Seite: Nr.17
"Deep-Link"-Referenznummer: '6576965'
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